Kommunale Kostensenkung durch moderne Sanitärtechnik / Konsequenter Einsatz in öffentlichen Gebäuden / Schon 1.000 neue „Centaurus“-Urinale installiert / Innovationspreis für Wassereinsparung / Auszeichnung durch Bundeswirtschaftsministerium und BME /
Hamburg/Ratingen. Eine hohe Auszeichnung hat die Freie und Hansestadt Hamburg im März 2006 für ihre Vorreiterfunktion bei der kommunalen Wassereinsparung erhalten. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gewann den 1. Preis bei dem bundesweiten Wettbewerb „Innovation schafft Vorsprung“, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWT) sowie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) zur Förderung beispielhafter Leistungen öffentlicher Beschaffer ausgeschrieben haben. Prämiert worden ist das Konzept „Wasserpraxis“ zur Wassereinsparung im Sanitärbereich öffentlicher Einrichtungen, einer – wie es in der Begründung der Jury heißt – „optimalen Kombination von innovationsfördernden Rahmenbedingungen und der Nachfrage eines innovativen Produktes, seiner umweltschonenden, kostensparenden Wirkung sowie der erfolgreichen Umsetzung“.
Im Mittelpunkt des Hamburger Modellprojektes steht die konsequente Ausstattung der Sanitärräume in öffentlichen Gebäuden mit wasserlosen Urinalen. Das gilt für die Universität und Schulen ebenso wie für den Hauptbahnhof und den weltberühmten „Michel“. Hier habe man schon in früheren Jahren gute Erfahrungen durch den Wegfall von Wasserkosten, Druckspüler-Defekten und Urinstein-Verstopfungen gemacht. Bei den früher eingesetzten konventionellen Modellen sei allerdings eine erhöhte Aufmerksamkeit durch die Betreiber erforderlich gewesen, weil man spezielle Reinigungsmittel verwenden und die Sperrflüssigkeit regelmäßig nachfüllen musste.
Die große Nachfrage Hamburgs habe dann wesentlich zur Entwicklung neuer, verbesserter Problemlösungen geführt, bei denen die erwähnten Schwachstellen beseitigt werden konnten. Dazu heißt es in der Begründung der Jury: „Die ‚Innovation der Innovation‘ bewirkt, dass die neuesten wasserlosen Urinale keine Sperrflüssigkeit mehr benötigen und so für Reinigung und Wartung deutlich weniger Zeit benötigt wird. Verblüffend einfache und wirksame Lösung: ein Gummi-Ventil in Form eines Schlauches, das sich öffnet, wenn durch Urinzufuhr Druck ausgeübt wird und das sofort wieder schließt, wenn dieser Druck nachlässt. Bei geschlossenem Ventil kann kein Geruch aus dem Abwasserkanal entweichen. Spezielle Reinigungsmittel oder -techniken sind nicht notwendig, ein solches Urinal kann behandelt werden wie ein wassergespültes. Inzwischen sind es 4.000 Urinale, die in öffentlichen Gebäuden Hamburgs wasserlos betrieben werden.
Geht man bei konservativer Annahme von täglich zehn Anwendungen pro Urinal aus (bei durchschnittlich 210 Nutzungstagen der Gebäude), so ergeben sich 8,82 Millionen Nutzungen im Jahr. Jedes Mal werden im Vergleich zur Spülvariante in der Regel 2 bis 3 Liter Wasser eingespart. So sorgen die wasserlosen Urinale für eine Einsparung von 22.000 Kubikmetern (22 Millionen Litern) Trinkwasser. Das bedeutet bei den aktuellen Wasser- und Abwasserpreisen (4,10 EUR pro m3) eine jährlich wiederkehrende finanzielle Ersparnis von über 90.000 EUR. Ein zusätzlicher Einsparbetrag kommt dadurch zu Stande, dass auch die sonstigen Betriebskosten um rund 70.000 Euro niedriger sind, so dass durch den Einsatz wasserloser Urinale jährlich 160.000 Euro gespart werden.
Neuerdings trägt die Energieabteilung das Thema der wasserlosen Urinale verstärkt auch in die Wirtschaft, nämlich im Rahmen des Programms ‚Unternehmen für Ressourcenschutz‘, bei dem Hamburger Betriebe finanziell gefördert werden, die in besonders Energie und Wasser sparende Techniken investieren.“
Dieser äußerst positiven Zwischenbilanz ist eigentlich nur noch anzumerken, dass es sich bei der „Innovation der Innovation“, die jetzt in Hamburg zum Einsatz kommt, um die neue Produktgeneration „Centaurus“ von Keramag handelt. Diese innovative Systemtechnik erfüllt höchste Ansprüche an Hygiene und Funktionssicherheit. Das hochwirksame Prinzip beruht auf einem einzigartigen, LGA-geprüften Geruchsverschluss: Eine spezielle Membran lässt Flüssigkeiten restlos abfließen, um sich danach sofort wieder zu schließen. Der Verzicht auf den Einsatz von Chemie und Strom bringt ökonomische wie ökologische Vorteile. Schon über 1.000 dieser innovativen Produkte sind bislang in Hamburg installiert worden.
Dass „Centaurus“ auch bei der Formgebung neue Maßstäbe setzt, bestätigt die Auszeichnung mit dem „red dot Design-award 2004“ des Design Zentrums NRW. Die Verbindung eines hohen, eckigen Körpers mit einer runden Kumme sorgt für eine puristische, zeitlos-moderne Anmutung in den ästhetisch oft vernachlässigten WC-Räumen. Die 370 mm breiten, 710 mm hohen und 330 mm tiefen Urinalkörper bestehen aus hochwertigem Sanitärporzellan.
In puncto Reinigungsaufwand hat Keramag ebenfalls alle Register gezogen. Zunächst weist „Centaurus“ keinen Spülrand auf, so dass sich keine versteckten Ablagerungen bilden können. Außerdem sind die Urinale serienmäßig mit der schmutzabweisenden Oberflächenveredelung „KeraTect“ ausgestattet.
Die neue Urinal-Generation eignet sich auch für den problemlosen Austausch von herkömmlichen Modellen bei Sanierung und Renovierung. Bestehende Anschlüsse lassen sich mit dem speziellen Multianschluss ohne Fliesenbeschädigungen überdecken. Das patentierte „Kerafix“-Befestigungssystem erleichtert die Montage.
Staatssekretär Adamowitsch hob bei der Preisverleihung in Berlin die Rolle des Staates bei der Entwicklung und Durchsetzung technischer Innovationen hervor. Dazu gehöre auch, dass Bund, Länder und Kommunen verstärkt neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen nachfragen.